Troisdorfer Fortbildungsgemeinschaft – Kompetenzen für eine neue Lernkultur

Zrinka Sosic-Vasic, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL Ulm
Andreas Müller, Learning Factory

Lernen findet im Kopf des Lernenden statt oder gar nicht.
Das finden auch alle Troisdorfer Schulleiter und nahmen dies als Anstoß, die ‚Troisdorfer Fortbildungsgemeinschaft’ zu gründen. Erklärtes Ziel ist der selbstkompetente Lernende.

Troisdorf – das ist also ein Ort innovativer Köpfe, vertreten durch ihre Schulleiter, die entschieden haben: „Wir wollen was verändern! Schule muss dazu da sein, den Kindern und Jugendlichen zum Erfolg zu verhelfen! Und das wollen wir gemeinsam erreichen!“

Mit der Troisdorfer Fortbildungsgemeinschaft wird ein in der deutschen Bildungslandschaft einzigartiges Projekt ins Leben gerufen, das regionale, schulübergreifende Schulentwicklung anstoßen und ermöglichen will.
Ja, genau: regional und schulübergreifend! – D.h. alle Troisdorfer Schulen vernetzen sich in Sachen Schulentwicklung. Verschiedene Schulen und Schularten entwickeln gemeinsam Wege zum kompetenzorientierten Lernen.

Das ZNL und die Schweizer Learning Factory GmbH wurden als Experten in Sachen Lernen und Lernarrangements eingeladen, diesen Prozess zu unterstützen. Inhaltlicher Ausgangspunkt ist das Lernen des Schülers. Es geht nicht um fachspezifische Methoden. Und es geht nicht um die Weiterentwicklung des Unterrichtens, sondern um die Frage: Wie ermögliche ich verstehendes Lernen beim Schüler?

Der offizielle Auftakt der Troisdorfer Fortbildungsgemeinschaft und der geplanten regionalen Schulentwicklung fand am 14. August 2009 in Form eines Lernkongresses statt. Am letzten Ferientag wurden alle Troisdorfer Lehrer eingeladen. Erwartet wurden ca. 700 Lehrer – um in eine neue Lernkultur eingeführt zu werden. Gekommen sind über 800 Lehrer! Das Team ZNL und Learning Factory führte in Vorträgen und vertiefenden Parallelforen in Themen rund um kompetenzorientiertes Lernen ein. Wissen aus der Forschung wurde verknüpft mit praxisnahen Beispielen selbstkompetenten Lernens.
Ziel des Lernkongresses war es, einen Entwicklungsprozess zu initiieren, der von allen Beteiligten aktiv mitgestaltet wird. 

Und wie geht es nun weiter im innovativen Troisdorf?
Derzeit entscheiden sich die Schulen, ob und in welcher Form sie an dem Entwicklungsprozess teilhaben wollen. Freiwilligkeit und Neugier sind dabei entscheidend. Schulen, die sagen „Ja, genau das wollen wir!“ bilden in ihren Einrichtungen professionelle Lerngemeinschaften – die so genannten Communities of Practice (CoP). Sie werden fach- und stufenübergreifend zusammengesetzt, angestrebt wird: Kollegen aus den Jahrgangsstufen 3 und 4 arbeiten mit Kollegen aus 5 und 6, die aus 9 und 10 gehen mit dem Berufskolleg zusammen, usw. Die Zusammensetzung wird von den Schulleitungen koordiniert. Unterstützung sollen die Communities of Practice aus ihrer eigenen Gruppe erhalten, indem je 2 Mitglieder als Moderatoren wirken. Diese Kolleg/innen werden vom Team ZNL und Learning Factory unterstützt. Dazu gehört unter anderem ein auf zwei Jahre verteiltes Kompaktseminar, welches zwei zentrale Aspekte in den Blick nimmt: die Stärkung der Kolleg/innen in ihrer Rolle als Moderatoren und die theoretische sowie praktische Auseinandersetzung mit Themen rund um kompetenzorientiertes Lernen. Das Kompaktseminar sieht eine Kombination aus Präsenzmodulen und praktischer Transferarbeit vor. Die Abbildung zeigt das Begleitungskonzept für die Troisdorfer Schulentwicklungsinitiative.

Wir sind sehr gespannt auf die Ideen und Konzepte, die Troisdorfer Schulen gemeinsam für den Alltag ihrer Schüler entwickeln wollen. Und wir freuen uns darauf, diesen Weg begleiten zu dürfen.

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