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Editorial Katrin Hille, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL Ulm
Können Sie sich eine Studie vorstellen, die im Teilchenbeschleuniger durchgeführt wird und neue Erkenntnisse darüber liefert, was unsere Welt im Innersten zusammenhält und gleichzeitig die neue, reißfeste und das Aroma erhaltende Frischhaltefolie entwickelt? Nein? Wir auch nicht. Das ist auch nicht unser Ansatz, wenn es um Forschungen zu Neurowissenschaften und Lernen geht. Dem ZNL geht es nicht um Studien, die sowohl im Gehirn forschen und gleichzeitig Tipps für Lehrer, Schüler und Eltern in ganz konkreten Alltagssituationen geben. In konkreten Alltagssituationen gibt es eine unüberschaubare Menge von nur schwer zu kontrollierenden Wirkfaktoren. In den neurowissenschaftlichen Labors können Wirkfaktoren isoliert werden. Doch diese Situationen kann man nicht auf einen Klassenraum übertragen. Deshalb arbeitet das ZNL seit seinem Bestehen in Studien unterschiedlichster Art daran, die Brücke zwischen der Neurowissenschaft und der Praxis zu bauen. …
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Bildungshausgeschichten Constanze Koslowski, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL Ulm
Was ist das „Bildungshaus 3-10“? (nachgefragt bei der Projektleitung PD Dr. Michaela Sambanis) Das „Bildungshaus 3-10“ ist ein Modellprojekt des Landes Baden-Württemberg, an dem sich 33 Modellstandorte beteiligen. Weitere 39 Standorte wirken als Vergleichseinrichtungen an der wissenschaftlichen Evaluationsstudie mit. Die Modelleinrichtungen verzahnen die pädagogische Arbeit von Kindergarten und Grundschule systematisch und regelmäßig, während die Vergleichseinrichtungen bereits existierende Formen der Kooperation weiterführen. Weitere Informationen zum Projekt „Bildungshaus 3-10“ finden Sie unter http://www.znl-bildungshaus.de.
Der Modellstandort Ilvesheim (Friedrich-Ebert-Schule, Kindergarten Rappelkiste) arbeitet bereits im dritten Jahr an der Umsetzung des Bildungshausgedankens. Im Schuljahr 2007/2008 startete man hier mit einer Bildungshausgruppe aus 48 Kindern, die sich im darauf folgenden Schuljahr 2008/2009 auf 110 Kinder erweiterte. Zu Beginn des aktuellen Schuljahres 2009/2010 kamen eine weitere erste Klasse und zwei zweite Klassen hinzu, so dass momentan über 170 Kinder Bildungshauskinder sind. Jeweils montags, mittwochs und donnerstags treffen sich die Kinder aller Alterstufen in bunt gemischten Kleingruppen. Acht Fachkräfte planen und gestalten die Arbeit gemeinsam. Längst ist in Ilvesheim, so lässt sich unschwer aus dieser Entwicklung schließen, Bildungshausarbeit für Kinder und Erwachsene zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit geworden. Das hinterlässt Spuren! …
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„Von Piccolo bis Picasso“ – Kreatives Gestalten als Bildungsansatz Vier Jahre Projektarbeit finden ihren Abschluss Petra Evanschitzky, Christina Lohr, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL Ulm
„Kinder im Vorschulalter befinden sich in einer Entwicklungsphase, die in besonderem Maße von der Ausformung der Sinnessysteme gekennzeichnet ist. In dieser Zeit werden wichtige Fundamente für das Vertrauen in die eigenen schöpferischen Kräfte und Fähigkeiten gelegt.“ (Auszug Projektbeschreibung Prof. Dr. Daniela Braun)
„Von Piccolo bis Picasso“ war eines von sieben Projekten der Offensive Bildung. Ziel der Offensive Bildung war es, die frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten im Stadtgebiet Ludwigshafen zu fördern. Die innovativen Projekte wurden im Jahr 2005 von dem städtischen Träger sowie den evangelischen und katholischen Trägerorganisationen in Ludwigshafen aus der Praxis heraus entwickelt und endeten im Dezember 2009 mit einer großen Abschlussveranstaltung (http://www.basf.de/basfinside). Im letzten Jahr übernahm außerdem die UNESCO die Schirmherrschaft. Alle Projekte wurden trägerübergreifend in rund 90 Kindertagesstätten umgesetzt und von anerkannten Bildungsexperten begleitet. Unterstützt werden die Projekte durch die BASF SE.
Für das Projekt „Von Piccolo bis Picasso“ wurde die Fachhochschule Koblenz, Institut für Forschung und Weiterbildung (IFW) mit Prof. Dr. Daniela Braun als Projektleitung und mit der wissenschaftlichen Begleitung durch den Projektträger beauftragt. Das ZNL erhielt den Teilauftrag zu untersuchen, inwiefern sich die Förderung von Kreativität und Gestalten auf andere Entwicklungsfelder der Kinder auswirkt. ....
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Warum sind wir stolz? (NHK 4/2009) Manfred Spitzer, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL Ulm
„Da kannst du stolz darauf sein“, sagen wir zu jemandem, der gerade das Abitur oder irgendeine schwierige Prüfung gut bestanden hat. „Dummheit und ‚Stolz wachsen auf einem Holz“, sagt der Volksmund. Irgendwie passt das nicht so recht zusammen! Denkt man weiter darüber nach, so scheint es zwei Sorten von Stolz zu geben. Einen, der von anderen als berechtigt beurteilt wird, weil er sich nach irgendeinem Erfolg eingestellt hat (oder andere meinen, er müsse sich einstellen), und einen anderen, den andere Menschen als unberechtigt betrachten. ....
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Der Einfluss von langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf Verhalten und Kognition bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung - die EFA-Studie Katharina Widenhorn-Müller, Elke Scholz, Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ZNL Ulm Harald Bode, Simone Schwanda, Sozialpädiatrisches Zentrum und Kinderneurologie, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine relativ häufig diagnostizierte Störung im Kindes- und Jugendalter, die durch motorische Unruhe (Hyperaktivität), Unkonzentriertheit, erhöhte Ablenkbarkeit und Impulsivität gekennzeichnet ist. Ungefähr 4-7% aller Kinder sind davon betroffen.
Die Symptome führen bei den betroffenen Kindern zu einem geringen Selbstwertgefühl, gravierenden Schulproblemen und belasten neben den Kindern auch deren Familien und das soziale Umfeld. Seit etwa 20 Jahren wird vermutet, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren (langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren) eine der Ursachen von ADHS sein könnte. In unserer Studie soll deshalb untersucht werden, ob die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren zu einer Verbesserung der ADHS-Symptome führt. . ...
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Laufen macht schlau! Ralf K. Reinhardt, Akademie für Gesundheitsberufe, Universitätsklinikum Ulm Sanna Stroth, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine Universität Rheinischen Kliniken Düsseldorf
Die Bedeutung regelmäßiger körperlicher Aktivität für Gesundheit und Wohlbefinden steht außer Frage und ist wissenschaftlich gut belegt (Mensink, 2003). Zunehmend wurde in den letzten Jahren deutlich, dass darüber hinaus ein Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und geistiger Leistungsfähigkeit besteht: das Gehirn funktioniert effizienter und Lernen gelingt leichter. Über die physiologischen Hintergründe dieses Zusammenhangs ist bis heute wenig bekannt. Was man weiß, weiß man größtenteils aus dem Tierversuch mit Ratten und Mäusen. Hier zeigt sich, dass schon wenige Kilometer täglichen Laufrad-Trainings verblüffende Effekte haben: Das Gehirn der Nager wird stärker und besser durchblutet, neurotrophe (hormonähnliche) Substanzen werden vermehrt gebildet, was wiederum den Untergang von Neuronen hemmt und neues Zellwachstum (v.a. im Bereich des Hippokampus) begünstigt. Außerdem wird der Stoffwechsel verschiedener Neurotransmitter beeinflusst – ganz besonders Dopamin rückt hier zunehmend in das Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit ...
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