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YOLO – (Selbst)sicher Radfahren

Ein Projekt zur Förderung der Sicherheit jugendlicher Radfahrer durch Stärkung der Selbststeuerungskompetenz

Ein Forschungsprojekt des ZNL, der DGUV und des DVR

Soeben wurde ein 13-jähriger Junge ins Krankenhaus eingeliefert, sein Gesicht ist Blut überströmt. Tom hatte einen Fahrradunfall, als er sich mit seinen Freunden auf dem Weg von der Schule nach Hause befand. Was ist nur passiert? Eigentlich kann Tom nämlich ganz gut Fahrradfahren. Er kennt auch alle Verkehrsregeln.
Der Junge fuhr mit dem Fahrrad um eine Kurve – bergab - freihändig – im Stehen – und ohne Helm. Er versuchte noch den Lenker zu fassen, verfehlte ihn aber. Das Fahrrad kam ins Wanken und Tom krachte in eine Mauer einer Unterführung. „YOLO“ (You only live once) sagen Jugendliche in solchen Situationen. Sie begreifen nur manchmal nicht, wie wahr das tatsächlich ist. Diesmal hatte Tom Glück: eine Platzwunde an der Stirn, eine gebrochene Schulter und ein verletztes Knie.
 
Unfallstatistiken zeigen, dass es im Alter von 10 bis 14 Jahren zu einer besonders hohen Anzahl von Fahrradunfällen kommt. In dieser Zeit zeigen die Kinder und Jugendlichen durch das Einsetzen der Pubertät eine besonders hohe Risikobereitschaft. Gleichzeitig steckt das exekutive System, welches für vorausschauendes Denken und die Emotionsregulation verantwortlich ist, noch in der Entwicklung. Im Straßenverkehr kann ein hohes Maß an Risikobereitschaft schnell fatale Konsequenzen für die eigene Person, aber auch für andere haben.

Mit der Studie „YOLO – (Selbst)sicher Radfahren“ wird der Zusammenhang zwischen exekutiven Funktionen und sicherem Fahrradfahren in zwei Phasen näher untersucht.

Die Explorationsphase ist bereits abgeschlossen. Während in dieser Phase untersucht wurde, welche Rolle exekutive Funktionen in der Unfallgefährdung von Kindern und Jugendlichen spielen, ist das Ziel der Interventionsphase, die Wirksamkeit einer Prävention, die aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt wurde, wissenschaftlich zu überprüfen.