ZNL-Logo

Interventionsphase

Zeitraum: Juli 2015 bis Januar 2017

Was ist das Ziel der Interventionsphase?
Die Ergebnisse aus der Explorationsphase haben gezeigt, dass Fahrradunfälle mit exekutiven Funktionen (Link) und Risikoverhalten zusammenhängen. Das Ziel der Intervention ist es, Kinder und Jugendliche für die Folgen von riskantem Verhalten zu sensibilisieren. Durch Stärkung der exekutiven Funktionen und der Metakognition sollen sie besser in der Lage sein, ihre Fähigkeiten und Risiken einzuschätzen und ihr Verhalten situationell anzupassen. Durch Förderung der Selbstsicherheit und der Selbststeuerung können sie sich resistent gegenüber dem Einfluss von Gleichaltrigen verhalten und sich nicht allein von ihren Emotionen lenken lassen.

Die Intervention wurde dabei so aufgebaut, dass den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten geboten werden, sich selbst kennen und einschätzen zu lernen. So soll das Ziel erreicht werden, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur als Radfahrer, sondern auch allgemein als Verkehrsteilnehmer sicher am Verkehrsgeschehen teilnehmen können.

Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass die Stärkung der exekutiven Funktionen sich ebenfalls positiv auf das soziale Miteinander und die schulischen Leistungen auswirken kann. Daher werden durch die Intervention weitreichendere positive Effekte erwartet, zusätzlich zur sicheren Teilnahme am Verkehr.


Wie lief die Intervention „YOLO – Teste deine Grenzen“ ab?

  • Die Intervention wurde an Schulen der Sekundarstufe 1 im  2. Halbjahr des Schuljahres in Form einer AG (1x wöchentlich) durchgeführt.
  • Teilgenommen haben 6. und 7. Klassen.
  • Die Durchführung erfolgte durch ein Trainerteam, bestehend aus einer Mitarbeiterin des ZNL und einem Trainer aus der Kampfkunst- oder Parkourszene.

Wie sahen die Inhalte der Intervention während der AG aus?
Das Training ist so aufgebaut, dass den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten geboten werden, ihre Fähigkeiten und Grenzen zu testen – und das in ganz verschiedenen Domänen: kognitiv, motorisch und sozial-emotional. Dabei kommen Elemente aus verschiedenen Sportrichtungen und aus der Erlebnispädagogik sowie Rollenspiele zum Einsatz. 


Überblick über die Themen:

  • Wie funktioniert das Gehirn?
  • Exekutive Funktionen & Selbststeuerungskompetenzen
  • Risikoverhalten und Pubertät
  • intervention3Selbstsicherheit & Bedeutung der Peergroup

Die Wirksamkeit der Intervention wird durch einen Vergleich der Entwicklung der Schüler/innen mit einer Kontrollgruppe, die nicht an der Intervention teilnimmt, überprüft. Hierzu wurden direkt vor und nach der Intervention Daten zu Risikoverhalten, Peereinfluss und Exekutive Funktionen mittels Fragebogen und Tests erhoben. Diese wurden erneut im Oktober, also ca. 2 Monate nach Abschluss der Intervention, erhoben, um langfristige Effekte nachweisen zu können.

Teilnehmer/innen der YOLO-AGs erzählen, wie sie sich durch YOLO verändert haben:

„Ich denke mehr nach, bevor ich etwas mache.“

„Also in YOLO waren es eigentlich mehrere Sachen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Zum Beispiel mit dem Stirnhirn, wie das funktioniert und so.“

„Insgesamt hat man in YOLO mitbekommen, worauf man im Leben achten muss, also was unsere Entscheidungen beeinflusst.“

„Vorher hätte ich jemandem sofort die „Fresse poliert“, jetzt nicht mehr.“

 „Früher hab ich mich gleich geschlägert, heute würde ich besser nachdenken und nicht so viele Ausdrücke benutzen.“

 „Ich bin vorsichtiger geworden beim Fahrradfahren. Ich passe jetzt mehr auf.“

„Also es macht zwar schon mehr Spaß, wenn man ein bisschen chaotischer Fahrrad fährt, aber ich bin schon auch vorsichtig. Also wenn der LKW jetzt schon zwanzig Millimeter vor mir ist, dann würd ich auch nicht über die Straße fahren - so auch wieder nicht.“

„Ich bin vorsichtiger geworden im Straßenverkehr. Sonst bin ich eigentlich immer einfach über die Straße gelaufen, ohne die Ampel zu drücken, und jetzt halt schon.“

„Ich kann jetzt Nein sagen. Also ich sag jetzt nicht mehr so oft zu jemand, dass ich es gleich mache und alles. Dass mir jemand sagt, komm mach das mal und das mal… Da sag ich einfach ne.“

„Früher hab ich mich das nicht so getraut, aber jetzt trau ich mich mehr, anderen ehrlich zu sagen, was ich denke.“

„Ich fand gut, dass wir auch was zum Gehirn gelernt haben, weil man sonst ja nicht lernt, was wichtig ist und weil man dann nicht lernt, dass man kurz mal nachdenken soll.“

„Ich finde es schade, dass YOLO jetzt zu Ende ist, weil es echt Spaß gemacht hat und wir haben viel gemacht in der Turnhalle mit Parkour und auch im Klassenzimmer zum Stirnhirn und Belohnungszentrum. Das war echt toll.“