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Exekutive Funktionen

Der Begriff „exekutive Funktionen“ beschreibt eine Vielzahl zentraler Gehirnfunktionen, die für kognitive Leistungen und für die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung sind.
Die exekutiven Funktionen sind im Frontalhirn (direkt hinter der Stirn) lokalisiert. Diese Steuerzentrale des Gehirns entwickelt sich relativ langsam und über einen verhältnismäßig langen Zeitraum. Vollkommen ausgebildet sind sie erst in einem Alter von ca. 25 Jahren (Gogtay et al., 2004).
Exekutive Funktionen ermöglichen zielorientiertes und situationsangemessenes Verhalten (Miller & Cohen, 2001). Mithilfe der exekutiven Funktionen sind wir in der Lage

  • logisch zu denken
  • zu planen
  • vorausschauend zu handeln
  • Probleme zu lösen
  • Entscheidungen zu treffen
  • Emotionen zu regulieren

Diese eher komplexen Fähigkeiten bauen auf drei Teilaspekten der exekutiven Funktionen auf: dem Arbeitsgedächtnis, der Inhibition und der kognitive Flexibilität (Diamond & Lee, 2011; Miyake et al., 2000). 

 

Wie könnten exekutive Funktionen mit sicherem Radfahren zusammenhängen?

Sicheres Radfahren stellt viele Anforderungen an Kinder und Jugendliche. Zum einen sind Kenntnisse über die Verkehrsregeln, ein gewisses Verkehrsverständnis und gute motorische Fähigkeiten notwendig. Zum anderen spielen aber noch eine Reihe anderer Fähigkeiten, die in einem engen Zusammenhang mit den exekutiven Funktionen stehen, eine Rolle.

Ein Radfahrer im Straßenverkehr muss sich auf sein Umfeld konzentrieren und seine Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf die für ihn wichtigen Reize fokussieren. Er darf sich nicht durch irrelevante Reize ablenken lassen. Aufmerksamkeit gepaart mit räumlichem Vorstellungsvermögen sind wichtig für eine richtige Risikoeinschätzung.
Im Straßenverkehr ist wenig Toleranz für Fehler. Deswegen benötigen Radfahrer ein realistisches Gefahrenbewusstsein.
Radfahrer müssen vorausschauend handeln können. Sie sind gefordert, vorauszuplanen, Situationen schnell zu beurteilen, Entscheidungen zu treffen und dementsprechend zu handeln (Briem & Bengtsson, 2000). 
Für ein sicheres Bewegen im Straßenverkehr ist es außerdem von großer Wichtigkeit, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer einschätzen zu können. Dafür muss ein Radfahrer in der Lage sein, seine Perspektive zu wechseln und die Sicht von anderen einnehmen zu können (Limbourg, 1997).

Viele dieser Fähigkeiten lassen sich auf die exekutiven Funktionen zurückführen, wie die folgende Grafik zeigt.