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Pubertät

Die Unfallzahlen mit dem Rad steigen in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen stark an. In diesem Alter treten durch die Pubertät tiefgreifende körperliche, neuronale, hormonelle, psychische und soziale Veränderungen auf. Die Konzentration von Sexualhormonen wie Östrogen und Testosteron im Blut steigt an und führt damit zu Veränderungen der körperlichen Erscheinung sowie der persönlichen Interessen, beeinflusst aber ebenfalls Prozesse und Strukturen des Gehirns (Blakemore, Burnett, & Dahl, 2010).

Eine wichtige Veränderung im Gehirn, die großen Einfluss auf das Verhalten von Jugendlichen hat, ist der Abbau von Dopamin-Rezeptoren. Studien konnten zeigen, dass rund 30 Prozent der Rezeptoren während der Pubertät verloren gehen (Crews, He & Hodge, 2007). Der Neurotransmitter Dopamin ist von großer Bedeutung für das sogenannte Belohnungszentrum des Gehirns. Dieses Hirnareal ermöglicht die emotionale Bewertung von Geschehnissen, Stimuli und Tätigkeiten. Ebenfalls werden mithilfe des Belohnungszentrums Erwartungen geformt, ob sich Entscheidungen als positiv oder negativ auf uns auswirken werden. Der Verlust der Dopamin-Rezeptoren während der Pubertät führt dazu, dass das Belohnungszentrum weniger sensibel auf ausgeschüttetes Dopamin reagiert. Dies führt dazu, dass Jugendliche in diesem Alter oft lustlos und antriebslos sind. Die bis dahin als positiv empfundenen Tätigkeiten und Erlebnisse liefern nun nicht mehr die gewohnte Ausschüttung von Dopamin.

Dies ist eine mögliche Erklärung, warum sich Jugendliche in dieser Altersgruppe häufig auf der Suche nach positiver Stimulation Neuem und Unbekanntem zuwenden und im stärkeren Maße zu riskantem Verhalten neigen (z.B. Drogen- und Alkoholmissbrauch, ungeschützter Geschlechtsverkehr).