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EMIL und EMIL-Akademie
Alles im Griff: Förderung von exekutiven Funktionen und Selbstregulation im Kindergartenalltag

Projektteam und Kooperationspartner
ZNL: Dr. Petra Arndt, Sabrina Braunert
Kooperationspartner: Baden Württemberg Stiftung, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

aktueller Förderzeitraum
August 2025 bis Dezember 2026

Kontakt

ZNL EMIL Logo

Mit EMIL – Emotionen regulieren lernen hat das ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung ein Konzept entwickelt, das die aktuellen Erkenntnisse der Lernforschung für die Kindergartenpraxis nutzbar macht. Das Ziel von EMIL besteht darin, pädagogische Fachkräfte zu qualifizieren und zu unterstützen, die exekutiven Funktionen und die Selbstregulationsfähigkeit von Kindern alltagsintegriert zu fördern. Aus Studien ist bekannt, dass die Entwicklung dieser zentralen Fähigkeiten positiv unterstützt werden kann. Dazu brauchen Kinder eine entsprechende Begleitung und eine förderlich gestaltete Umgebung. Durch zwei umfassende Erprobungsphasen konnte die Wirksamkeit von EMIL wissenschaftlich nachgewiesen werden.

EMIL – Emotionen regulieren lernen ist im Rahmen der Gesamtkonzeption des Landes Baden-Württembergs Kompetenzen verlässlich voranbringen (Kolibri) allen interessierten pädagogischen Fachkräften des Altersbereiches 3-6 frei zugänglich.

Weitere Informationen zum Konzept und der Qualifizierung sowie den Link für die Online-Anmeldung finden Sie auf unserer Homepage: https://emil-akademie.znl-ulm.de/

Wir freuen uns auf Sie!


Projektphasen

In zwei Projektphasen (EMIL Ulm und EMIL Baden-Württemberg) wurde das in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelte EMIL-Konzept zwischen 2011 und 2014 auf seine Wirksamkeit überprüft.
EMIL hat sich sowohl in Ulm als auch auf Landesebene als praktikabel und wirksam erwiesen. Aufgrund des Erfolgs ging EMIL ab Herbst 2015 in den Rollout.

Studie EMIL ULM
Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung entwickelte und erprobte das ZNL von Mai 2011 bis April 2013 das Konzept „EMIL – Emotionen regulieren lernen“ mit acht Ulmer Kindergärten.

EMIL ist ein Kindergarten-Konzept, das in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt wurde. Durch Qualifzierungsmaßnahmen unterstützt EMIL pädagogische Fachkräfte, vielfältige Gelegenheiten zur Stärkung sozial-emotionaler Fähigkeiten im Kindergartenalltag zu schaffen und selbstgesteuertes Handeln zu ermöglichen.

Aufbau der Studie

Vier Kindergärten nahmen mit dem gesamten Team an der EMIL-Qualifizierung teil (Interventionsgruppe). Die anderen vier Kindergärten (Wartegruppe) bekamen nach Abschluss der Studie ab Januar 2014 die Gelegenheit zur Teilnahme an den Qualifizierungsmaßnahmen.
Interventionsgruppe:

  • 5 Fortbildungen und 4 Teambegleitungen
  • insgesamt 28,5 Stunden

Wartegruppe:

  • keine EMIL-Qualifizierung
  • Einrichtungen dieser Gruppe erhielten die Qualifizierung im Rahmen von EMIL BW

Insgesamt fand das Projekt EMIL Ulm für die Kindergärten im Zeitraum von November 2011 bis November 2012 statt.

Da es sich bei EMIL Ulm um ein Forschungsprojekt handelt, fanden zusätzlich zu den Qualifizierungsmaßnahmen zu Beginn und am Ende des Projektes Datenerhebungen bei den beteiligten Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften statt. Diese dienen der Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellungen.

Wissenschaftliche Fragestellung

Das Konzept „EMIL – Emotionen regulieren lernen“ gründet auf der neurowissenschaftlich und entwicklungspsychologisch belegten Erkenntnis, dass die Fähigkeit zur Regulation von Gefühlen, Gedanken und Verhalten sowie die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme auf den exekutiven Funktionen aufbauen. Die Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte setzt daher bei den exekutiven Funktionen, der Fähigkeit zur Selbstregulation und der Perspektivenübernahme an. In der ersten Projektphase von EMIL wurde folgender Frage nachgegangen:

Können die exekutiven Funktionen, die Selbstregulation und die Perspektivenübernahme als ein wichtiger Bereich von sozial-emotionaler Kompetenz bei Kindern durch eine Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften gestärkt werden?

Zeitplan EMIL Ulm

Die Laufzeit von EMIL Ulm betrug für die Kindergärten 12 Monate, von November 2011 bis November 2012. Wie in der Abbildung dargestellt, wurden zu drei Zeitpunkten Daten bei der Interventions- und Wartegruppe erhoben. Durch den Vergleich der Messdaten der Interventionsgruppe mit der Wartegruppe können Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des EMIL-Konzepts gezogen werden.

Messinstrumente

Verschiedene psychologische Testverfahren wurden ausgewählt, um die Fragen in EMIL Ulm zu beantworten. Dabei wurden Daten bei Kindern, deren Eltern sowie pädagogischen Fachkräften erhoben. Die ausgewählten Tests mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren wurden sehr spielerisch durchgeführt. Die Durchführung pro Kind in zwei 1 zu 1-Situationen dauerte ca. 50 Minuten. Diese 1 zu 1-Situationen fanden drei Mal vormittags im Kindergarten statt: im November/Dezember 2011, im Juni/Juli 2012 sowie im November/Dezember 2012.

Folgende Bereiche wurden mit den Tests und Befragungen bei den Kindern erhoben:

  • Exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Inhibition, kognitive Flexibilität)
  • Verhaltensregulation
  • Perspektivenübernahme
  • Soziale Eingebundenheit
  • Selbstwirksamkeitserwartung

Die Bezugserzieher/innen und die Eltern der Kinder wurden gebeten, die sozial-emotionale Entwicklung mit Hilfe eines Beobachtungsbogens einzuschätzen. Von den Eltern wurden zusätzlich Angaben zum sozio-ökonomischen Hintergrund erfragt. Außerdem wurden die Erzieher/innen gebeten, die Arbeitsbedingungen und das Erleben ihrer pädagogischen Tätigkeit einzuschätzen.

Neben diesen Testungen wurde der Alltag in jedem Kindergarten zweimal während des Projektzeitraums beobachtet, um einen Eindruck von Strukturen, Räumlichkeiten, Materialangebot, Ablauf der Angebote und des pädagogischen Handelns der Erzieher/innen zu bekommen.

Studie EMIL Baden-Württemberg
Für die Studie EMIL Baden-Württemberg wurde das EMIL-Konzept, das 2011/2012 in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt wurde, überarbeitet und weitergedacht. Um die Wirksamkeit erneut zu überprüfen, wurde das Konzept mit 24 Kindergärten aus ganz Baden-Württemberg umgesetzt und wissenschaftlich evaluiert. Wie in EMIL Ulm wurden durch Qualifizierungen pädagogische Fachkräfte darin unterstützt, vielfältige Gelegenheiten zur Stärkung sozial-emotionaler Fähigkeiten im Kindergartenalltag zu schaffen. Unter EMIL Qualifizierung finden Sie mehr Informationen zum Inhalt der Fortbildungen.

Aufbau der Studie

In EMIL Baden-Württemberg wurden Erzieher/innen über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten prozessorientiert qualifiziert. In der Qualifizierung ging es neben neurowissenschaftlichen Grundlagen zum Lernen besonders um Fördermöglichkeiten der exekutiven Funktionen und sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern in der Kindergartenpraxis. Die Erzieher/innen erhielten außerdem verschiedene Materialien, die sie dabei unterstützten, die Theorie in die eigene Praxis zu übertragen.

Insgesamt nahmen an EMIL Baden-Württemberg 25 Kindergärten aus den vier Regierungspräsidien Baden-Württembergs teil. Die teilnehmenden Kindergärten wurden für die Qualifizierung in drei Gruppen eingeteilt: zwei sogenannte Interventionsgruppen und eine Wartegruppe. Die Gruppeneinteilung erfolgte zu Beginn per Losverfahren. Pro Gruppe nahmen damit acht bis neun Kindergärten an EMIL Baden-Württemberg teil.

Interventionsgruppe 1 erhielt die EMIL-Qualifizierung in Form von vier Fortbildungen. Interventionsgruppe 2 erhielt drei Fortbildungen und zwei kindergarteninterne Teambegleitungen. Die Anzahl der Qualifizierungsstunden der beiden Gruppen unterschied sich dabei nicht. Die Wartegruppe erhielt zu diesem Zeitpunkt noch keine EMIL-Qualifizierung.

Daraus ergibt sich folgende Übersicht:

  • Interventionsgruppe 1 (IG 1):
    • vier Fortbildungstermine (4 x 6 Stunden) mit insgesamt 24 Stunden EMIL-Qualifizierung
  • Interventionsgruppe 2 (IG 2):
    • drei Fortbildungstermine (3 x 6 Stunden) sowie zwei Teambegleitungen in der eigenen Einrichtung (2 x 3 Stunden), also ebenfalls insgesamt 24 Stunden EMIL-Qualifizierung
  • Wartegruppe (WG):
    • Einrichtungen dieser Gruppe bekommen noch keine EMIL-Qualifizierung zu Projektbeginn
    • Absprache zu Qualifizierungsterminen im Herbst 2014

Die Qualifizierung der Kindergartenteams wurde von Multiplikatoren-Tandems durchgeführt, die vom ZNL speziell ausgebildet wurden. Diese begleiteten die Teams während des gesamten Projektverlaufs und standen für Rückfragen zur Verfügung. Der Veranstaltungsort der Fortbildungen war abhängig von den teilnehmenden Kindergärten und wurde möglichst ortsnah gewählt.

Insgesamt fand das Forschungsprojekt EMIL Baden-Württemberg für die Kindergärten im Zeitraum von November 2013 bis Juli 2014 statt.

EMIL Baden-Württemberg wurde wie bereits EMIL Ulm wissenschaftlich begleitet. Zu Beginn und am Ende der Qualifizierungsmaßnahmen fanden Datenerhebungen bei den beteiligten Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften statt.

Wissenschaftliche Fragestellung

EMIL Baden-Württemberg ist ein Forschungsprojekt, das der zweiten Überprüfung einer alltagsintegrierten Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen von Kindern dient. Das EMIL-Konzept wurde 2011/2012 mit acht infans-Kindergärten der Stadt Ulm entwickelt. Die wissenschaftliche Überprüfung zeigte, EMIL wirkt (siehe Ergebnisse).

Allerdings beziehen sich die bisherigen Ergebnisse der Evaluation von EMIL Ulm auf einen Träger und ein Konzept. Mit EMIL Baden-Württemberg prüft das ZNL, unter welchen Bedingungen das EMIL-Konzept in Kindergärten mit unterschiedlichen pädagogischen Konzepten und Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann. Das ZNL bearbeitet mit EMIL Baden-Württemberg folgende Fragestellungen:

  1. Wirkt EMIL auch in Kindergärten mit anderen pädagogischen Konzepten?
  2. Wie müssen die EMIL-Qualifizierungsmaßnahmen gestaltet sein, damit sie in Kindergärten mit verschiedenen pädagogischen Konzepten in Baden-Württemberg umgesetzt werden können?

Zeitplan EMIL Baden-Württemberg

Die Laufzeit von EMIL Baden-Württemberg in den Kindergärten betrug neun Monate, von November 2013 bis Juli 2014. Die erste Messung bei den teilnehmenden Kinder sowie die Befragung der Eltern und pädagogischen Fachkräften fand in allen 25 Kindergärten im November/Dezember 2013 statt. Für die Erzieherinnen der beiden Interventionsgruppen begannen im Januar 2014 die ersten Fortbildungen. Die einzelnen Termine wurden mit den jeweiligen Kindergärten zu Beginn von EMIL abgesprochen. Der Qualifizierungszeitraum betrug insgesamt sechs Monate und endete somit im Juni 2014. Die zweite Datenerhebung fand bei den Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften im Juni/Juli 2014 statt.

Messinstrumente

Um die Fragen in EMIL Baden-Württemberg zu beantworten, wurden Daten bei Kindern, deren Eltern sowie pädagogischen Fachkräften erhoben. Bei den Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren wurde eine Auswahl von psychologischen Tests durchgeführt. Die Testdurchführung fand in spielerischer Weise mit jedem Kind einzeln statt. Die Messung dauert ca. 30 Minuten pro Kind und fand im November/Dezember 2013 sowie im Juni/Juli 2014 an einem Vormittag im Kindergarten statt. Die Tests dienten der Erfassung folgender Bereiche:

  • Exekutive Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Inhibition, kognitive Flexibilität)
  • Verhaltensregulation
  • Perspektivenübernahme

Zusätzlich wurden die pädagogischen Fachkräfte sowie die beteiligten Eltern gebeten, einen Fragebogen zur sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder auszufüllen. Die Eltern wurden ebenfalls gebeten, zu Beginn des Projekts einen Fragebogen zur Erfassung sozio-ökonomischer Daten auszufüllen. Bei den Erzieher/innen wurden zusätzlich drei weitere kurze Fragebogen zu ihrer Arbeit im Kindergarten erhoben.

Neben diesen Testungen wurde der Kindergartenalltag in jedem Kindergarten zweimal während des Projektzeitraums beobachtet, um einen Eindruck von Strukturen, Räumlichkeiten, Materialangebot, Ablauf der Angebote und des pädagogischen Handelns der Erzieher/innen zu bekommen.

EMIL Rollout
Das EMIL-Konzept ist wissenschaftlich fundiert, in der Praxis erprobt und nachweisbar wirksam. Dies können bislang nur sehr wenige andere Förderkonzepte im Kindergartenbereich belegen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass mit der flächendeckenden Implementierung des EMIL-Konzepts ab Herbst 2015 möglichst viele Kindergärten qualifiziert werden und von EMIL profitieren können. So werden Kinder in ihrer Selbstregulation und sozial-emotionalen Kompetenz gestärkt und ein wichtiger Grundstein für ihre weitere Entwicklung gelegt.

Mit den ersten zwei Projektphasen (EMIL Ulm und EMIL BaWü) konnten wichtige Erfahrungen zu den Inhalten sowie der Umsetzung des EMIL-Konzepts gesammelt werden. Diese Erfahrungen und Rückmeldungen der beteiligten Kindergarten-Teams und Multiplikatoren wurden in die Weiterentwicklung des Konzepts integriert.

Dabei spielen besonders die folgenden Faktoren auch weiterhin eine wichtige Rolle:

  • Alltagsintegrierte Förderung
  • Ressourcenorientiertes Vorgehen
  • Einsatz von Materialien zur Unterstützung von Veränderungsprozessen
  • Multiplikation durch erfahrene Referent:innen

Dafür werden folgende Punkte vom ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen bearbeitet:

  • Kontinuierliche Weiterentwicklung des EMIL-Konzepts („Lernendes Projekt“)
    Als „Lernendes Projekt“ fließen der aktuelle Stand der Wissenschaft sowie die Erfahrungen der Multiplikatoren und Rückmeldungen der Kindergarten-Teams in die ständige Weiterentwicklung des EMIL-Konzepts ein. Dieser Prozess findet fortlaufend statt.
  • Materialentwicklung für Kindergärten
    Zur nachhaltigen Umsetzung sind neben der Qualifizierung auch Materialien besonders hilfreich. Deshalb werden für den Rollout informative und praxisnahe Materialien zur Unterstützung der Kindergärten bei der Umsetzung von EMIL entwickelt.
  • Schulung von Kindergarten-Teams durch EMIL-Referent:innen
    Mithilfe gut ausgebildeter EMIL-Referenten haben zahlreiche pädagogische Fachkräfte aus baden-württembergischen Kindergärten die Möglichkeit, an der EMIL-Qualifizierung teilzunehmen.

Exekutive Funktionen

Seit vielen Jahren befasst sich die neurowissenschaftliche Forschung intensiv mit der Entwicklung von exekutiven Funktionen und den Bedingungen gelingenden Lernens. Neurowissenschaftliche Studien im Bereich der exekutiven Funktionen haben in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, den Zusammenhang von sozialer und kognitiver Entwicklung aufzuzeigen und somit das Verständnis kindlichen Verhaltens zu erweitern. Damit werden sie auch für die pädagogische Arbeit immer bedeutsamer. Die wissenschaftliche Fundierung ist ein wichtiger und entscheidender Aspekt des EMIL-Konzepts.

Exekutive Funktionen sind bedeutsam für soziales Verhalten, Lernen, Gesundheit und Lebenserfolg
Um sozial kompetent zu handeln und Gefühle sowie Verhalten zu regulieren, benötigen wir die sogenannten exekutiven Funktionen. Mithilfe der exekutiven Funktionen kann das eigene Handeln zielgerichtet geplant, gesteuert und umgesetzt werden. Sie ermöglichen es, spontane Impulse zu hemmen, verschiedene Handlungsoptionen im Gedächtnis präsent zu halten und abzuwägen sowie flexibel auf unterschiedliche Situationen zu reagieren (Diamond, Barnett, Thomas, & Munro, 2007; Hofmann, Schmeichel, & Baddeley, 2012; Jahromi & Stifter, 2008). Mit Hilfe der exekutiven Funktionen (man verwendet in diesem Zusammenhang auch oft den Begriff „Selbstregulation“) sind Kinder in der Lage, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse auch mal hintenan zu stellen sowie andere Meinungen zu akzeptieren. In frustrierenden Situationen unterstützen sie den Umgang mit negativen Gefühlen und die Kontrolle des eigenen Verhaltens. Damit haben sie großen Einfluss auf die Gestaltung des sozialen Miteinanders (Trentacosta & Shaw, 2009). Wer sich selbst „im Griff hat“, kommt in sozialen Situationen leichter zurecht und hat Vorteile beim Lernen.

Dies belegen viele Studien:

  • Kindergartenkinder mit besserer Inhibition zeigen höhere soziale Kompetenzen (Rhoades, Greenberg, & Domitrovich, 2009).
  • Gut ausgebildete exekutive Funktionen verringern das Risiko zu delinquenten und antisozialen Verhaltensweisen (Hughes, White, Sharpen, & Dunn, 2000; Trentacosta & Shaw, 2009).
  • 4-jährige Kinder mit besseren exekutiven Funktionen erreichen als Erwachsene höhere Bildungsabschlüsse und können Stress besser bewältigen (Mischel et al., 2011; Mischel, Shoda, & Peake, 1988).
  • Zum Zeitpunkt des Schuleintritts sagen exekutive Funktionen und die Selbstregulation mindestens genauso viel über die Schuleignung aus wie Vorläuferfertigkeiten in Mathematik und Deutsch sowie der IQ der Kinder (Blair, 2002; McClelland, Morrison, & Holmes, 2000)
  • Exekutive Funktionen haben großen Einfluss auf die Lernleistung. Besonders in Mathematik und Sprache zeigen sich starke Zusammenhänge mit den exekutiven Funktionen (Blair & Razza, 2007; Bull & Scerif, 2001)
  • Wer sich als Kind schlechter regulieren kann, hat als Erwachsener häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu tun, ist anfälliger für Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit, lebt eher in instabilen Beziehungen, gerät öfter in finanzielle Not und begeht häufiger Straftaten (Moffitt et al., 2011).
Was sind exekutive Funktionen?
Als exekutive Funktionen (man spricht in diesem Zusammenhang auch von Selbstregulation) bezeichnet man in der Gehirnforschung geistige Fähigkeiten, die es uns ermöglichen, unser Denken und Verhalten bewusst zu steuern sowie kontrolliert mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Wenn Kinder beispielsweise dazu aufgefordert werden zu warten, sich zu beruhigen oder aufmerksam zuzuhören, werden Verhaltensweisen verlangt, die auf den exekutiven Funktionen aufbauen.

Die Steuerung des bewussten Handelns durch exekutive Funktionen beruht auf dem Zusammenspiel einzelner Teilaspekte. Um sich selbst erfolgreich steuern zu können, muss man automatische Reaktionen hemmen (Inhibition), Informationen im Arbeitsgedächtnis verarbeiten und geistig flexibel sein (Miyake et al., 2000). Diese drei Funktionen steuern als eine Einheit das bewusste Handeln, d.h. das „Sich-im-Griff-haben“ oder auch die „Willenskraft“.

Arbeitsgedächtnis
Das Arbeitsgedächtnis ist eine Art Notizblock im Kopf. Darauf können Informationen notiert, bearbeitet, verändert und zusammenfügt werden.
Das Arbeitsgedächtnis dient der kurzzeitigen Speicherung und geistigen Weiterverarbeitung von Informationen. Damit bildet das Arbeitsgedächtnis die Voraussetzung für viele kognitive Leistungen wie sprachliche Fähigkeiten und mathematisches Denken. Mit einem guten Arbeitsgedächtnis gelingt es, Arbeitsschritte im Kopf durchzugehen, Probleme zu lösen und Pläne zu schmieden. Zum Beispiel wird das Arbeitsgedächtnis beim Schachspiel genutzt, um verschiedene mögliche Reaktionen des Gegners vor dem eigenen Zug zu durchdenken.

Inhibition
Inhibition (Hemmung) dient als inneres Stopp-Schild. Sie ermöglicht es, Impulse zu kontrollieren und unangemessenes Verhalten zu unterdrücken.
Inhibition ist die Fähigkeit zur Hemmung oder Zurückhaltung, sprich zur Impulskontrolle. Indem Störreize und erste Impulse unterdrückt werden, können Handlungsabfolgen und Ziele besser umgesetzt werden. Mit einer guten Inhibition fällt auch die gezielte Aufmerksamkeitslenkung leichter und Störreize können besser ausgeblendet werden. Dadurch wird zielgerichtetes Handeln unterstützt. Inhibition unterstützt damit die Regulation eigener Gefühle und ermöglicht situationsangemessenes Verhalten. Durch die Unterdrückung alter Gewohnheiten fällt das Einstellen auf neue Situationen leichter. Inhibition ist bspw. gefragt, wenn es darum geht, einer Diät zu folgen und keine Süßigkeiten zu essen.

Kognitive Flexibilität
Die kognitive Flexibilität stellt den inneren Weichensteller dar. Sie dient der Anpassung des eigenen Denkens und Verhaltens bei sich ändernden Anforderungen.
Als kognitive Flexibilität beschreibt man die Fähigkeit, sich auf neue Situationen oder Anforderungen einstellen zu können, offen zu sein für Veränderungen und das eigene Verhalten entsprechend anzupassen. Mit einer hohen kognitiven Flexibilität können Probleme und Situationen leichter aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und aus Fehlern gelernt werden. Sich in andere Personen hineinzuversetzen erfordert kognitive Flexibilität. Dadurch können unterschiedliche Sichtweisen nachvollzogen und Bedürfnisse anderer berücksichtigt werden. Eine gut ausgebildete kognitive Flexibilität hilft, offen zu sein für die Argumente anderer und auch mal über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Wie entwickeln sich exekutive Funktionen?
Die exekutiven Funktionen sind im Frontalhirn (direkt hinter der Stirn) lokalisiert. Diese Steuerzentrale des Gehirns entwickelt sich relativ langsam und über einen verhältnismäßig langen Zeitraum. Erst bei jungen Erwachsenen ist sie vollkommen ausgebildet (Gogtay et al., 2004). Die exekutiven Funktionen verbessern sich also über die Kindheit und Jugend bis ins frühe Erwachsenenalter hinein (Best & Miller, 2010; Davidson, Amso, Anderson, & Diamond, 2006). Sie beeinflussen jedoch bereits im frühen Kindesalter die sozial-emotionale Entwicklung erheblich und sind eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg in der Schule, im Beruf sowie im gesamten Leben (Duckworth & Seligman, 2005; Moffitt et al., 2011). Daher ist es wichtig, diese Gehirnfunktionen frühzeitig zu fördern.

Förderung exekutiver Funktionen
Aktuelle Studien belegen, dass exekutive Funktionen und sozial kompetentes Verhalten gefördert werden können (Diamond, 2012; Domitrovich, Cortes, & Greenberg, 2007). Zu den wirksamen Interventionen zählen u.a. Bewegung, Achtsamkeitsübungen, spezielle Spiele und Übungen am Computer sowie umfassendere Programme für Schule und Kindergarten wie z. B. das in den U.S.A. von Bodrova & Leong (2007) entwickelte „Tools of the mind“ (Diamond & Lee, 2011). Zu beachten ist bei allen Interventionen immer der Entwicklungsstand der Kinder und die Art der Durchführung. Die Förderung exekutiver Funktionen gelingt besonders dann gut, wenn u.a. auf folgende Faktoren geachtet wird (Diamond & Lee, 2011):

  • frühzeitige Förderung,
  • Herausforderung ohne Überforderung,
  • Spaß und Freude,
  • viele Wiederholungen,
  • Integration in den Alltag,
  • Berücksichtigung der emotionalen und sozialen Entwicklung,
  • gemeinsame Aktivitäten.

EMIL integriert die Erkenntnisse aus bisherigen Interventionsstudien in einem alltagsintegrierten, ganzheitlichen und an den Stärken ansetzenden Konzept.

Exekutive Funktionen sind bedeutsam für soziales Verhalten, Lernen, Gesundheit und Lebenserfolg

Das EMIL-Konzept

Morgens halb zehn im Kindergarten: Marc und Sabrina flitzen durch die Räume. Es dauert keine zwei Minuten und Lisa weint. Ihr mühsam erbautes Zoogehege ist zerstört. Doch die beiden Kinder achten gar nicht darauf und setzen ihre Verfolgungsjagd fort. Die Erzieherin ist gerade dabei Tim zu helfen, sich für den Garten anzuziehen. Lisa drängt sich heulend auf ihren Schoß, während Tim immer ungeduldiger an ihrem Hosenbein zupft. Während die Erzieherin gefordert ist, „Feuerwehr“ zu spielen, zu trösten und zu schlichten, wird es Tim zu langweilig. Er verzieht sich in die Bauecke und hat ganz vergessen, dass er eigentlich in den Garten wollte und seine Matschhose noch anhat. Situationen wie diese sind pädagogischen Fachkräften vertraut. Warum aber zeigen Kindergartenkinder häufig solche Verhaltensweisen? Warum haben sie Probleme sich zurückzuhalten, lassen sich leicht ablenken und tun sich schwer, ihr Verhalten und ihre Gefühle zu regulieren? Die Antwort auf diese Fragen führt direkt ins menschliche Frontalhirn, dem Sitz des exekutiven Systems. Dieses System bildet die Basis für selbstreguliertes Verhalten.
Das erfolgreich evaluierte EMIL-Konzept qualifiziert pädagogische Fachkräfte darin, die exekutiven Funktionen und die Selbstregulation von Kindern zu stärken. In den EMIL-Fortbildungen lernen sie, auf verschiedenen Ebenen des pädagogischen Alltags Gelegenheiten für selbstgesteuertes Tun und soziales Lernen zu schaffen.

Warum EMIL?
Im Kindergartenalltag hat das soziale Miteinander eine hohe Bedeutung. Wenn Kinder sich im Spiel abstimmen, teilen, streiten, Rücksicht nehmen, sich abwechseln, warten, mitspielen wollen oder ihre Bedürfnisse und Ideen äußern, dann sind immer Gefühle im Spiel. Kinder, die ihre Gefühle nicht gut regulieren können, werden zeitweise von Wut, Angst oder Traurigkeit „überschwemmt“. Sie können sich nicht so leicht beruhigen oder angemessene Lösungen finden, wenn sie bspw. in einen Konflikt geraten oder ihnen etwas misslingt.
Die sogenannten exekutiven Funktionen – man spricht hier auch von Selbstregulation – unterstützen den erfolgreichen Umgang mit den eigenen Gefühlen. Und nicht nur das: Sie sind insgesamt für die Steuerung unseres Denkens und Handelns zuständig. Ohne diese Gehirnfunktionen wären wir nicht in der Lage, zu planen und Ziele zu verfolgen, an Aufgaben dran zu bleiben, ohne uns ablenken zu lassen, kreativ und flexibel zu denken oder uns in andere hinein zu versetzen.
Heute weiß man: Exekutive Funktionen sind trainierbar. Dafür brauchen Kinder vielfältige spielerische, alltagsbezogene und für sie bedeutsame Gelegenheiten, in denen sie selbstreguliertes Verhalten üben können. Und genau hier setzt EMIL an:
In der EMIL-Qualifizierung geht es um die Frage, was 3-6Jährigen hilft, ihre exekutiven Funktionen zu entwickeln und dadurch ihre sozial-emotionalen Kompetenzen zu stärken. Pädagogische Fachkräfte werden geschult, ihren pädagogischen Alltag durch die „EMIL-Brille“ zu betrachten. Die Umsetzung von EMIL erfolgt nicht nach einem festen Programm, sondern alltagsintegriert in der tagtäglichen Interaktion mit den Kindern.
Umsetzung von EMIL im Kindergartenalltag
Exekutive Funktionen und selbstgesteuertes Tun können vielfältig gefördert werden. Denn in einem System wie dem Kindergarten greifen viele Aspekte ineinander, die Einfluss auf das Verhalten und die Entwicklung der Kinder haben. EMIL bezieht alle Ebenen der pädagogischen Arbeit ein: die Haltung der Erzieherin und ihre Interaktion mit den Kindern, die strukturellen Bedingungen und die Gestaltung des Umfelds sowie die pädagogischen Angebote.

Haltung – Dialog – Interaktion
Kinder brauchen Erwachsene, die sie ernst nehmen in ihren Gefühlen, feinfühlig auf sie eingehen, Orientierung geben und ihnen vorleben, wie es gelingt, die eigenen Gefühle wahr zu nehmen und zu regulieren.
Dies ist einfacher, wenn pädagogische Fachkräfte um die Entwicklung von exekutiven Funktionen und Selbstregulation wissen. Sie können bspw. den Zorn und die Verzweiflung eines 3-Jährigen besser verstehen, der auf sein Lieblingsdreirad warten muss.
Pädagogische Fachkräfte, die dafür sensibilisiert sind, worauf es bei der Stärkung von exekutiven Funktionen und Perspektivenübernahme ankommt, bleiben gelassener und verändern ihre Interaktion mit Kindern: Sie spiegeln Gefühle auf eine Art, die Kindern zunehmend besser erlaubt, sich selbst zu beruhigen und achtsam mit sich und anderen umzugehen. Sie trauen Kindern zu, eigenständig Lösungen für Probleme zu finden. Fragen werden wichtiger als Antworten, Selbsttätigkeit und kreatives Denken sind gefordert.

Strukturen
Ein weiteres Anliegen des EMIL-Konzepts ist es, eine Lernumgebung zu schaffen, in der Kinder gute Voraussetzungen für selbstgesteuertes Tun und ein entspanntes soziales Miteinander vorfinden.
Hier spielen die räumliche Gestaltung und die Darbietung von Material, die zeitlichen Abläufe und Übergänge zwischen Angeboten, die Gruppenzusammensetzung und Altersstruktur sowie die vereinbarten Regeln und Rituale eine bedeutende Rolle.

Pädagogische Angebote
Durch pädagogische Angebote können die exekutiven Funktionen gefordert und damit gefördert werden.
Wichtig ist hierbei, Spiel- und Handlungsanlässe zu schaffen, die Kinder zum planvollen zielgerichteten Handeln, zum Aushandeln von Interessen und Zielen sowie zur eigenständigen Suche nach Lösungen anregen. Dies kann sowohl durch strukturierte Angebote als auch während der Freispielzeit geschehen. Entscheidend ist in jedem Fall das „Wie“, also das methodische Vorgehen und die Art, wie Kinder in die Gestaltung eingebunden werden.

Kleine Helferlein
Auf allen drei der beschriebenen Handlungsebenen können „Kleine Helferlein“ eingesetzt werden, wenn Situationen zu bewältigen sind, die sonst noch nicht eigenständig bewältigt werden können.
Unter „Kleinen Helferlein“ verstehen wir bildliche Symbole, wie z. B. zur Kennzeichnung von Funktionsbereichen und Materialien, kleine Hilfsmittel wie Sanduhren zur selbständigen Zeitkontrolle oder auch die Ermutigung zum sprachlichen Begleiten von Handlungen. Immer geht es darum, dem Kind oder den Kindern durch eine kleine äußere Hilfe Selbstständigkeit und das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen. Sobald die Kinder die Situation zunehmend allein meistern können, kommt das „Kleine Helferlein“ seltener und irgendwann gar nicht mehr zum Einsatz.

EMIL wirkt
Wird ein Konzept für Kindergärten entwickelt, ist es für seinen Erfolg unerlässlich, dass es von pädagogischen Fachkräften als relevant und praxistauglich wahrgenommen wird. Erkennen die Fachkräfte darüber hinaus nach oder sogar schon während der Umsetzung des Konzepts Veränderungen bei sich selbst und bei den Kindern, kann man von einem erfolgreichen Konzept sprechen.
In EMIL sind wir noch einen Schritt weiter gegangen: Wir wollten mit objektiven Messverfahren nachweisen, dass EMIL durch die Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften eine positive Wirkung auf die Entwicklung von Kindern hat.

Datenerhebung

In beiden Evaluationsphasen, EMIL Ulm und EMIL Baden-Württemberg, wurden auf verschiedenen Ebenen Daten erhoben, um ein möglichst vollständiges Bild der Veränderungen zu bekommen.
Zum einen wurden mit den Kindern spielerische Tests zur Messung der exekutiven Funktionen und der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme durchgeführt. Diese Tests sind für den Einsatz mit Kindern dieser Altersgruppe entwickelt worden und daher sehr ansprechend in ihrer Durchführung. Sie passen sich in ihrer Schwierigkeit dem individuellen Entwicklungsstand an, so dass das Kind herausgefordert, aber nicht überfordert wird.
Des Weiteren haben wir die Eltern zum familiären Umfeld des Kindes befragt. Wir wollten beispielsweise wissen, wie der Bildungshintergrund der Eltern ist, von wem das Kind betreut wird und wie es seine Freizeit verbringt.
Auch die Erzieherinnen im Kindergarten haben wir in die Erhebung einbezogen. Mit einem standardisierten Fragebogen haben die jeweiligen Bezugserzieherinnen die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder eingeschätzt. Außerdem wurden sie mit Hilfe eines Feedbackbogens zur Akzeptanz der EMIL-Qualifizierungen befragt. Aussagen zu persönlich wahr genommenen Veränderungen durch EMIL ergänzen das Bild. Denn wenn Erzieher*innen positive Veränderungen im Verhalten der Kinder durch EMIL bemerken, ist das ein großer Erfolg.

Ergebnisse

Das EMIL-Konzept wurde bislang zweimal evaluiert.
Bei EMIL Ulm wurde das EMIL-Konzept im Jahr 2012 mit vier Ulmer Kindergärten erfolgreich umgesetzt. Verglichen mit einer Kontrollgruppe bestehend aus vier Kindergärten, die nicht an den EMIL-Qualifizierungen teilgenommen hat, kam es bei den Kindern der Interventionsgruppe zu signifikanten Verbesserungen im Arbeitsgedächtnis, in der Inhibition (Impulskontrolle) und Perspektivenübernahme. So schafften sie es in einem Spiel, bei dem sie Zahlenreihen zunehmender Länge nachsprechen sollten, längere Zahlenreihen zu wiederholen. In einem anderen Spiel, bei dem es darum ging, gemeinsam einen Turm zu bauen, waren sie besser in der Lage, sich auf ihr Gegenüber einzulassen und sich mit ihm abzuwechseln.
Auch die zweite Erprobung im Rahmen von EMIL Baden-Württemberg im Jahr 2014 zeigte deutliche Effekte. Verglichen mit acht Kindergärten, die nicht an EMIL teilgenommen haben, zeigten die Kinder aus den 16 EMIL-Kindergärten Verbesserungen in den exekutiven Funktionen, in der Perspektivenübernahme und in den sozial-emotionalen Kompetenzen. Die Kinder waren beispielsweise besser in der Lage, sich in die Gefühlslage einer fiktiven Figur hineinzuversetzen und dementsprechend zu handeln. Außerdem haben sie sich nach Einschätzung ihrer Bezugserzieher*innen in ihrer Rücksichtnahme und Selbststeuerung sowie ihrer Selbstbehauptung verbessert.
Erfolgsgeschichten
Neben den „harten“, messbaren Daten, die mit verschiedenen spielerischen Tests bei den Kindern und mit Fragebogen erhoben wurden, gibt es auch persönlich wahrgenommene Veränderungen. Diese sind für den Erfolg eines Praxiskonzepts nicht weniger wichtig. Wenn pädagogische Fachkräfte positive Veränderungen im Verhalten der Kinder durch EMIL bemerken und sie ein Konzept als hilfreich für ihre pädagogische Arbeit erleben, ist das ein großer Erfolg.
So haben wir nachgefragt, was sich durch EMIL nach der EMIL-Qualifizierung im Kindergarten verändert hat.

EMIL unterstützt die Kinder in ihrem Verhalten

„Die Kinder sind durch EMIL selbstständiger und selbstbewusster geworden.“

„Seit EMIL gehen die Kinder achtsamer miteinander um.“

„Die Kinder sind durch EMIL hilfsbereiter geworden“

„Konflikte werden von den Kindern selbständiger gelöst.“

„Die Kinder wirken ausgeglichener durch mehr Wechsel zwischen Bewegung und Ruhe.“

„Die Kinder haben die neuen „Helferlein“ positiv und schnell angenommen und sie sich auch in anderen Spielbereichen gewünscht.“

EMIL unterstützt pädagogische Fachkräfte bei ihrer Arbeit
Nicht nur den Kindern hat EMIL gut getan, die Erzieher:innen bemerkten auch positive Veränderungen in ihrem pädagogischen Alltag:

„Wir haben jetzt mehr Verständnis für die Kinder.“

„Wir sind allgemein gelassener und greifen nicht immer sofort ein. Fragen geben wir öfters an die Kinder zurück. Wenn man nicht immer Feuerwehr spielen muss, ist der Stress im Alltag viel weniger.“

„Die Eingewöhnungszeit verläuft in diesem Jahr viel entspannter. Die Kinder kommen in der Kita schneller an.“

„Das Spiel der Kinder ist intensiver aufgrund eines neuen Raumkonzepts.“

„DBei Fragen von außen hat das Team jetzt klare, einheitliche Antworten.“


Veröffentlichungen

Newsletter des ZNL Februar 2015 mit dem Schwerpunkt: „EMIL – Ein Konzept zur Stärkung der Selbstregulation im Kindergarten“

Newsletter des ZNL Juni 2013 mit dem Schwerpunkt: „Das Projekt EMIL – Emotionen regulieren lernen“

Artikel
Deffner, C. (2021). Resilienz fördern mit EMIL – Emotionen regulieren lernen. Kita aktuell Baden-Württemberg: Fachzeitschrift für Leitungen, Fachkräfte und Träger der Kindertagesbetreuung, 40(1). 15-17.

Deffner, C., & Otto, M. (2021). Förderung im Alltag. Ein kurzer Überblick über die gängigen Programme zur Förderung der wxekutiven Funktionen. 4 bis 8 Fachzeitschrift für Kindergarten und Unterstufe, 6, 6-7.

Deffner, C., & Otto, M. (2019). Gesundheitsförderliche Routinen in der Kita etablieren. Kita aktuell Baden-Württemberg: Fachzeitschrift für Leitungen, Fachkräfte und Träger der Kindertagesbetreuung, 38(7-8), 160-164.

Stegmüller, A., & Braunert, S. (2019). Den Raum aus Kindersicht betrachten – selbstreguliertes Verhalten stärken. KiTa aktuell Bayern, 31(5), 100-103.

Deffner, C., & Otto, M. (2018). Exekutive Funktionen als Thema in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte. Kita aktuell Baden-Württemberg: Fachzeitschrift für Leitungen, Fachkräfte und Träger der Kindertagesbetreuung, 27(12), 250-252.

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Kubesch S (2011). Exekutive Funktionen und Selbstregulation im Sportunterricht fördern. WSB-Post, Ausgabe 3.

Kubesch S, Wrede A (2011). Fex – Fit fürs Lernen. Broschüre zum Spiel und Lernprogramm Fex von HABA

Kubesch S, Emrich A, Beck F (2011). Exekutive Funktionen im Sportunterricht fördern. Sportunterricht 60 (10): 312-316

Beck F, Emrich A, Kubesch S (2011). Training exekutiver Funktionen in Kleinen und Großen Sportspielen. Teil 1 – Grundschule. Lehrhilfen für den Sportunterricht, 60 (10): 11-13

Beck F, Emrich A, Kubesch S (2011). Training exekutiver Funktionen in Kleinen und Großen Sportspielen. Teil 2 – Sekundarstufe. Lehrhilfen für den Sportunterricht, 60 (11):7-13

Kubesch S, Beck F, Abler B (2011). Dopaminerge Genpolymorphismen und sportliche Höchstleistungen. Nervenheilkunde, 8: 585-593

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Kubesch S, Spitzer M (2010). Exekutive Funktionen – Basis für erfolgreiches Lernen. Broschüre zum Spiel und Lernprogramm Fex von Wehrfriz und ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen

Kubesch, S., & Walk, L. (2009). Körperliches und kognitives Training exekutiver Funktionen in Kindergarten und Schule. Sportwissenschaft, 39(4), 309-317. doi: 10.1007/s12662-009-0079-2

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Kubesch S (2008). Training exekutiver Funktionen. Die Grundschulzeitschrift, 50-53

Kubesch S (2008). Körperliche Aktivität und exekutive Funktionen. Schorndorf: Hofmann-Verlag, 2. Auflage

Kubesch S (2004). Das bewegte Gehirn. An der Schnittstelle von Sport- und Neurowissenschaft. Sportwissenschaft. Heft 2, 135-144

Konferenzbeiträge
Otto, M., Deffner, C., Walk, L., Jungclaus, J., & Arndt, P. (2019, April). Latente Struktur der exekutiven Funktionen im Kindergartenalter. Poster presented at the XXXVI. DGKJP Kongress, Mannheim.

Deffner, C., Otto, M., & Arndt, P. (2018, November). EMIL – Förderung der exekutiven Funktionen im Kindergartensetting. Poster presented at the Fachtagung „Transfer in der frühkindlichen Bildung: Wissenschaft, Praxis und Bildungsadministration im Dialog“, Robert-Bosch Stiftung, Berlin.

Otto, M., Deffner, C., Walk, L., Jungclaus, J., & P., A. (2018, August). Latent Structure of Executive Functions in Preschoolers. Poster presented at the the EARLI sig 5, Berlin.

Walk, L., Evers, W., Fäsche, A., & Quante, S. (2017, September). Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts „EMIL“ zur Förderung der exekutiven Funktionen im Kindergarten. Presentation at the PAEPSY Conference, Münster.

Walk, L., Evers, W., Otto, M., Quante, S., & Deffner, C. (2017, August). EMIL – A preschool intervention program to enhance executive functions in children. Presentation at the 27th EECERA annual conference (EECERA), Bologna, Italy.

Deffner, C., Otto, M., Schneider-Haßloff, H., & Hille, K. (2017, August). Enhancing Executive Functions in Infants and Toddlers in Daycare Settings. Poster presented at the 2nd Lancaster International Conference on Infant and Early Child Development, Lancaster UK.

Otto, M., Deffner, C., Fäsche, A., Walk, L., & Hille, K. (2017, August). The Relation between Executive Functions and Theory of Mind: Measures of Working Memory and Theory of Mind from 36 to 48 Months. Poster presented at the 2nd Lancaster International Conference on Infant and Early Child Development, Lancaster UK.

Quante, S., Evers, W. F., Otto, M., Deffner, C., & Walk, L. (2017, März). EMIL – Ein Konzept zur Förderung exekutiver Funktionen und Selbstregulation im Kindergarten. Paper presented at the XXXV. DGKJP-Kongress Ulm.

Evers, W.F., Quante, S., Otto, M., Hille, K., & Walk, L.M. (2016, Juli). Improving Executive Functions and Self-regulation in Preschool Children through Teacher Training. Poster presented at NEFS Early career researchers conference on executive functions and self-regulation 2016, Ulm.

Quante, S., Evers, W. F., Otto, M., Deffner, D., & Walk, L. M. (2016). ‘EMIL’ – A preschool intervention program to foster executive functions and self-regulation. Poster presented at the Early Career Researchers Conference on Executive Functions and Self-regulation (NEFS 2016), Ulm.

Evers, W.F., Walk, L.M., Fäsche, A., & Kiefer, M. (2016, June). Theory of mind and executive functions: Relations and differences in 3-, 4-, 5- and 6-year old children. Presentation at the EARLI Sig 5 Learning and Development in Early Childhood, Porto.

Evers, W.F., Walk, L.M., & Kiefer, M. (2016, March). The Relation between Executive Functions and Theory of Mind: The Individual Contribution of Inhibitory Control, Working Memory, and Cognitive Flexibility. Poster presented at the TeaP Tagung experimentell arbeitender Psychologen 2016, Heidelberg.

Evers, W.F. & Walk , L.M. (2015, August). The Relation between Executive Functions and Theory of Mind: The Individual Contribution of Inhibitory Control, Working Memory, and Cognitive Flexibility. Poster presented at the EARLI, Limassol (Cyprus).

Evers, W. & Walk, L. (2014, November). EMIL – Design, implementation, and evaluation of a preschool intervention program. Presentation at the EAPRIL: Education & Learning, Nicosia (Cyprus).

Walk, L., & Evers, W. (2014, October). EMIL – Emotionen regulieren lernen. Presentation at the ICEF – International Conference of Executive Functions, Stuttgart.

Otto, M. (2014, October): Beobachtungsbogen zur Förderung der Entwicklung von exekutiven Funktionen im Kindergarten. Poster presented at the ICEF – International Conference of Executive Functions, Stuttgart.

Walk, L. (2014, October). EMIL-Workshop. Workshop at the ICEF – International Conference of Executive Functions, Stuttgart.

Evers, W. (2014, October). Exekutive Funktionen. Workshop at the ICEF – International Conference of Executive Functions, Stuttgart.

Evers, W., Quante, S., Amuri, P., Otto, M. & Walk, L. (2014, October). EMIL – An evidence-based Program to foster Executive Functions of Preschoolers. Poster presented at the ICEF – International Conference of Executive Functions, Stuttgart.

Evers, W.F., Quante, S., Hille, K. & Walk, L.M. (2014, Juni). Relationships between Cognitive an Behavioral Measures of Executive Function in Preschoolers. Poster presented at the 3. EARLI SIG 22 “Neuroscience and Education“, Göttingen.

Evers, W.F., Quante, S., Amuri, P., Otto, M., & Walk, L.M. (2014, March). Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts „EMIL – Emotionen regulieren lernen“ zur Förderung der sozial-emotionalen Kompetenz im Kindergarten. Poster presented at the 2. Fachtagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF), Frankfurt.

Kubesch, S., Walk, L., & Hille, K. (2010, August). Association of cathechol O-methyltransferase (COMT) polymorphism and executive function in adolescents. Paper presented at the 18. European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI) SIG, Zurich, Switzerland.

Bücher
Bauer, D., Evers, W. F., Otto, M., & Walk, L. (2016). Förderung exekutiver Funktionen durch Raumgestaltung. Bad Rodach: Wehrfritz GmbH.

Walk, L. M. and W. F. Evers (2013). Fex – Förderung exekutiver Funktionen. Bad Rodach, Wehrfritz.

Buchbeiträge
Otto, M. (2020). Beobachtung der pädagogischen Qualität hinsichtlich der Förderlichkeit von exekutiven Funktionen und Selbstregulation in Kindertagesstätten. Entwicklung und Messungen anhand eines standardisierten Beobachtungsinstrumentes. Düren: Shaker Verlag GmbH.

Deffner, C. (2019). Psychische Gesundheit und Resilienzförderung im Kontext Schule. In D. R. K. e.V. (Ed.), Gesundheit und Bildungsgerechtigkeit – Impulse zur Resilienzförderung am Lern- und Lebensort Schule (pp. 16-203). Deutsches Rotes Kreuz e.V. URL.

Deffner, C. (2018). Exekutive Funktionen – ein Spiel fürs Leben. In I. Schenker (Ed.), Didaktik in Kindertageseinrichtungen. Eine systemisch-konstruktivistische Perspektive (pp. 81-103). Weinheim Basel: Beltz Juventa.

Weitere spannende Projekte