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Exekutive Funktionen und Risikoverhalten

Erhöhte Risikobereitschaft im Jugendalter kann fatale Folgen haben

Im Leben von Jugendlichen ändert sich Vieles, wenn sie in die Pubertät kommen. Für die Jugendlichen, und auch für ihre Eltern, ist es der Startschuss in eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit. In dieser Phase finden im Gehirn viele Veränderungen statt. Diese führen mitunter dazu, dass Jugendliche auf der Suche nach dem „besonderen Kick“ auch risikoreiche Dinge tun, vor allem wenn sie in Gesellschaft Gleichaltriger sind (Boyer, 2006; Romer, 2010). Generell spielen die Freunde in diesem Alter eine immer gewichtigere Rolle. Mit ihnen wird ständig etwas Neues ausprobiert, während sie sich beispielsweise im Park treffen, ins Kino gehen oder zusammen mit dem Fahrrad zum See fahren. Dabei werden manchmal auch riskantere Dinge ausgetestet: Rauchen, Alkohol trinken oder Schule schwänzen.

ZNL - YOLODie Veränderungen im Gehirn der Jugendlichen führen dazu, dass sie Gefahren leichter unterschätzen, sich selbst und ihre Fähigkeiten gleichzeitig aber eher überschätzen. Auch die exekutiven Funktionen sind von diesen Veränderungen betroffen. Sie umfassen all jene Fähigkeiten, die es erlauben sich selbst zu steuern und die eigenen Handlungen zu planen, zu kontrollieren und flexibel auf Änderungen im Umfeld anzupassen (beispielsweise nicht vorschnell und unüberlegt zu handeln). Sie sind im sogenannten präfrontalen Kortex verortet, also in der Vorderseite des Gehirns direkt hinter der Stirn. Da dieser Teil im Jugendalter noch nicht ganz ausgereift ist, kann das exekutive System die gesteigerte Risikofreude nicht immer kontrollieren. Die Folge davon ist, dass Jugendliche bei ihren Abenteuern öfters mal Grenzen überschreiten und es zu Unfällen kommt. Sie verhalten sich also öfters risikoreicher als Erwachsene.